St. Marien Lemgo
Über St. Marien Lemgo
Die Kirche St. Marien in der Lemgoer Neustadt ist wegen eines Instruments berühmt: In ihrem Kirchenschiff hängt eine Schwalbennestorgel aus dem Jahre 1587, eine der ältesten noch spielbaren Orgeln Deutschlands. Schwalbennestartig sitzt sie hoch an der Wand des Kirchenschiffs ohne Empore darunter, und ihren Klang, der so eigen ist, daß Organisten aus ganz Europa nach Lemgo kommen, um sie zu spielen, muß man gehört haben.
Die Kirche
St. Marien ist die Kirche der Lemgoer Neustadt, die ab dem 13. Jahrhundert neben der Altstadt als eigene Stadt gegründet wurde. Sie ist eine gotische Hallenkirche aus Sandstein, hat einen hohen Turm und ist innen hell und schlicht, wie eine evangelische Kirche sein soll. Außer der Orgel sind ein spätgotisches Sakramentshaus, die Kanzel und einige Grabplatten aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten. Die Kirche gehört zur Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien und ist tagsüber häufig geöffnet.
Die Schwalbennestorgel
Die Orgel wurde 1587 gebaut, 1613 erweitert und ist in den 1980er Jahren aufwendig restauriert worden. Ihr Klang ist ganz anders als der moderner Orgeln, sie ist noch in der historischen Stimmung der Renaissance. Regelmäßig werden Konzerte veranstaltet, bei denen sie gespielt wird, z. B. im Rahmen der Lemgoer Orgelsommer und anderer Reihen. Wer die Orgel hören will, schaut auf die Konzerttermine in der Gemeinde, ein Besuch zur rechten Zeit wird zu einem Erlebnis, das es in Ostwestfalen sonst nirgends gibt.
Rundherum
St. Marien liegt an der Stiftstraße in der Neustadt, ein paar Minuten vom Marktplatz entfernt. Auf dem Weg dorthin kommen wir an Fachwerkhäusern aus dem 16. Jahrhundert und an den Resten der Stadtbefestigung vorbei. Vom Rathaus Lemgo aus sind es zehn Minuten zu Fuß, Parkplätze sind an den Wallanlagen. Das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake liegt etwas weiter südlich und passt zeitlich zum Thema der Orgel.
Tipps fürs Besuchen
Die Orgel muß man hören, nicht nur sehen. Die Konzerttermine stehen auf der Website der Kirchengemeinde St. Marien, und die besten Gelegenheiten, das Instrument in seiner ganzen Bandbreite zu hören, sind die Lemgoer Orgelsommer im Juli und August, wenn Organisten von außen kommen. Außerhalb der Konzerte ist die Kirche tagsüber oft geöffnet, dann kann man die Orgel von unten betrachten und die Grabplatten im Boden lesen, ein Rundgang dauert eine Viertelstunde. Wer sich für Kirchenmusik interessiert, verbindet St. Marien mit St. Nicolai am Marktplatz, die ebenfalls eine bedeutende Orgel hat. Am besten parkt man an den Wallanlagen, von dort sind es fünf Minuten zu Fuß, und in der Neustadt rund um die Kirche stehen alte Fachwerkhäuser, die weniger bekannt sind als die in der Altstadt, aber auch nicht neuer.
So findest du es
Stiftstraße 21, 32657 Lemgo
Zuletzt geprüft 18. September 2026. Öffnungszeiten und Preise können sich ändern, schau vor dem Besuch kurz auf die Website. Stimmt etwas nicht? Sag uns Bescheid, die Korrektur ist meist noch in derselben Woche online.