Kapelle zur hilligen Seele

Wallfahrtskapelle

Wer Dörenhagen in Richtung Kirchborchen verlässt, trifft nach etwa zwei Kilometern, ein wenig versteckt, rechter Hand, auf eine alte Wallfahrtskapelle, genannt die „Hillige Seele“.

Im Schutze uralter Linden hat sie seit dem Mittelalter die Stürme der Zeit zum Teil überdauert und zieht bis in die heutige Zeit zahlreiche Gläubige an.

Die Kapelle betritt man heute durch ein Renaissanceportal und gelangt von dort in einen atriumsähnlichen größeren Raum. Der sich anschließende kleinere Teil, der jetzt das Chor bildet, stammt aus dem Mittelalter. Zeitgenössische Quellen über den Ursprung der Kapelle gibt es zwar nicht, aber das romanische Stichkappengewölbe beweist, dass dieser Chorraum schon um 1100 erbaut worden sein muss. Ursprünglich war also die Kapelle nicht größer als dieser Trakt und reichte bei weitem nicht aus, der großen Anzahl von Wallfahrern, die wegen der Kreuzesverehrung seit dem Mittelalter hierher gekommen waren, Platz zu bieten. Deswegen wurde sie zunächst durch einen Fachwerkanbau erweitert und schließlich nach den Verwüstungen durch die Schweden und Hessen im Dreißigjährigen Krieg (1618 ? 1648) von 1659 bis 1663 durch ein steinernes Atrium vergrößert. Die baulichen Veränderungen, deren Gesamtkosten damals knapp 1000 Taler betrugen, waren derart einschneidend sein, dass das Lagerbuch der Kapelle sogar von einem „Neuen Bau“ spricht.

Den Innenraum schmücken drei Altäre mit dem Wappen des früheren Dompropsten von Sinzig (+1664). Das Hauptaltarbild, überdacht von einem barocken Sprenggiebel, zeigt die Kreuzesabnahme mit Maria, deren Hände in Ergebenheit auf ihren toten Sohn hinweisen. Ein Novum aus erst jüngster Zeit ist die Krippendarstellung am Hauptaltar. Zu sehen ist sie seit 1980 in jedem Jahr vom 4. Adventssonntag bis Lichtmess. Zum Kapelleninventar gehört ein aus dem Domschatz stammender gotischer Kelch von ca. 1370, der als eine große Kostbarkeit weit über die Grenzen der Region bekannt ist und sich heute in der Dörenhagener Pfarrkirche befindet

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